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Anlässlich des Beginns des EU-Schulobstprogramms in Rheinland-Pfalz erklärt Ulrike Höfken, rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete:
Die Teilnahme von Rheinland-Pfalz am EU-Schulobstprogramm ist zu begrüßen, denn die Qualität der Schulverpflegung an rheinland-pfälzischen Schulen lässt häufig zu wünschen übrig, wie erst kürzlich Studien der Uni Koblenz ergaben. Es zeichnet sich jedoch ab, dass im Gegensatz zu unserer Forderung nicht an allen Schulen frisches Obst und Bio-Obst aus heimischer Landwirtschaft angeboten wird. Dies ist jedoch notwenig, da nur so die lokale Agrarproduktion gefördert wird und lange Lieferwege vermieden werden. Stattdessen beauftragt die Landesregierung auch einen Großlieferanten aus Nordrhein-Westfalen für die Belieferung pfälzischer Schulen. Dies widerspricht jeglichen ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten.
Wir fordern zudem eine Betreuung und Koordinierung der Schulen bei der Umsetzung des Programms. Der Verwaltungsaufwand für die Schulen kann nur minimiert werden, wenn zusätzliche Stellen bei der Vernetzungsstelle Schulverpflegung in Montabaur geschaffen werden. Auch eine Sensibilisierung der Eltern für dieses Thema muss auf dem Programm stehen.
Aber auch außerhalb des EU-Programms erwarten wir von der Landesregierung ein Konzept für eine bessere Schulverpflegung, das alle Schularten und SchülerInnen einbezieht und das auch eine Strategie für eine bessere Ernährung in Kindergärten und Kindertagesstätten beinhaltet. Durch die neue Berechnungspraxis für die Landeszuschüsse der Mittagessen sozial bedürftiger GanztagsschülerInnen, womit das Geld gerade im städtischen Bereich nicht ausreichen wird, wird deutlich, dass die Landesregierung noch weit von einer umfassenden Kinderverpflegung und Armutsbekämpfung entfernt ist.
Die ansteigenden ernährungsbedingten Krankheiten wie Diabetes zeigen dramatisch, dass ohne eine angemessene Verpflegung kein Kind gesund bleiben und gut lernen kann. Wir fordern daher, endlich die notwendigen gesetzlichen Änderungen im Schulgesetz herbeizuführen und die Schulernährung wie unter anderem in Sachsen-Anhalt zur Pflichtaufgabe zu machen, um jedem Kind täglich ein qualitativ gutes Essen kostengünstig oder kostenlos zur Verfügung zu stellen.