Ulrike Höfken, Mitglied des Bundestages - Bündnis 90/Die Grünen

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E-Day

26. April 2009

Klimaschutz in der Landwirtschaft - Einweihung einer Biogasanlage auf dem Bannsteinhof

Wie sieht eine klimafreundliche Landwirtschaft aus? Dieser Frage gingen die Experten der Podiumsdiskussion nach, zu der dieLAG-Landwirtschaft anlässlich des E-Day auf den Biohof vonAchim Ruf nach Zweibrücken-Mörsbach eingeladen hatte.

bannsteinhof 1Landesvorsitzende Eveline Lemke betonte zunächst die Wichtigkeit von dezentralen Projekten für den Umbau der Energieversorgung: "Die großen Konzerne sind zunächst an einer hohen Rendite und am Weiterlaufen ihrer großen, zentralen, fossilen Kraftwerke interessiert", sagte sie: "Wir wollen, dassdie Monopolstrukturen aufgebrochen werden und sich jede Region aufmacht, die Potenziale auszuschöpfen, die sie zur Energieerzeugung hat – sei es Sonne, Wind oder eben Biomasse. So erreichen wir, dass auch die Wertschöpfung vor Ort bleibt", erläuterte Lemke.

Gerade in Zeiten der Krise sei der Umbau der Energieversorgung ein großes Potenzial, auch für die Arbeitsplätze im ländlichen Raum, ergänzte Ulrike Höfken, frisch gebackene Sprecherin der LAG und rheinland-pfälzischeBundestagsabgeordnete. Durch die von der Bundestagsfraktion vorgeschlagenen Maßnahmen würden bei Umsetzung bis zu 650 000 neue Arbeitsplätze entstehen. "Leider versagen die Bundes- unddie Landesregierung total, wenn es um die Umsetzungsstrategiengeht", kritisierte Höfken: "Die rheinland-pfälzische Energieagentur leistet ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit, eine strategische Herangehensweise und Beratung zum Ausbau der Erneuerbaren betreibt sie nicht." Ähnlich die Kritik von Bernhard Wern, Biomasse-Experte der Grünen und früherer Mitarbeiter des Instituts für angewandtes Stromstoffmanagement (IfaS). Als die "Biomasse-Studie" für Rheinland-Pfalz erstelltwurde, sei sie top aktuell gewesen. Jetzt hätte das Land aberseine fortschrittliche Rolle eingebüßt, weil aus der Studiekeine Rückschlüsse gezogen wurden. Insbesondere seien nicht die notwendigen Änderungen in der Regionalplanung vorgenommen worden.

Konkret von Interesse waren dann vor allem die Ausführungen von Achim Ruf, dessen neue Biogasanlage offiziell eingeweiht wurde – mit viel Publikum, das an dem sonnigen Tag nach Mörsbach gekommen war. Mit einem Durchmesser von 22 m und einer Leistung von 75 kw elektrisch sei die Anlage eher klein – leiste aber gerade deshalb einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, weil auch die Abwärme fast vollständig für die Heizung des Hofs, der Ställe und des Ladens genutzt werde, so Ruf. bannsteinhof 2

Betrieben wird die Anlage mit Gülle, Mist und Silage – alles "Futter" für die Anlage stammt damit vom Hof selbst, die Gärreste werden als Dünger verwendet. "Das ist die perfekte Kreislaufwirtschaft vor Ort, ohne lange Transporte, die wieder Energie fressen", so Ruf. Aufsehen erregte in der Diskussion dann noch ein Beitrag eines Landwirts, dem der kommunale Versorger die Auskunft erteilt hatte, seine geplante Biogasanlage nicht ans Netz anschließen zu wollen. "Die Energieversorger sind gesetzlich dazu verpflichtet", so die Auskunft von Bernhard Wern, der anbot, konkrete Hilfe in dem Fall zu leisten.

 

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