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Am E-Day 2009 besuchte Ulrike Höfken mit den Grünen im Rhein-Hunsrück-Kreis die Schwerpunktgemeinde Külz, die seit vielen Jahren durch ihre zukunftsorientiere Dorfentwicklung von sich reden macht. Vormittags hatte sie bereits mit den Bitburger Grünen an einem Info-Stand über die Potenziale der Erneuerbaren Energien informiert.
In Külz war Bürgermeister Aloys Schneider sehr erfreut, mit Ulrike Höfken die erste Bundestagsabgeordnete in seinen Räumen begrüßen zu können und stellte sehr anschaulich die Energieprojekte der Gemeinde vor. Schwerpunkt bildet eine Nah-Wärmeversorgung der gemeindeeigenen Gebäude und deren Nachbarn, insgesamt 12 Gebäude. Die Heizzentrale, eine Pelletheizung, ist in der ehemaligen Gemeindescheune installiert. Die Pellets werden über die Raiffeisen Hunsrück HG Lingerhahn (RWZ) aus der Region bezogen. Eine Amortisation der Investition erwartet Schneider bereits nach 11 Jahren. Insofern sei die Anlage überaus wirtschaftlich. Die Energiekosten hätten sich zudem um zwei Drittel reduziert. Ulrike Höfken betonte an dieser Stelle die Wichtigkeit solcher Investitionen auch für die regionale Wertschöpfung. Anstatt Unsummen für den Import fossiler Brennstoffe auszugeben, würden hier konkret Einkommensquellen für die Menschen vor Ort erschlossen. Kein Wunder also, dass in Külz drei weitere Ortsteile für eine Nahwärmeversorgung angedacht sind. Auch die Sanierung des Altgebäudebestand sei ein wesentlicher Bestandteil des Energiekonzepts, so Scheider. Neben der Nahwärmeversorgung über Pellet-Heizungen und den Energieträger Holz, der jährlich eine Einsparung von 36.000 l Heizöl mit sich bringt, spielen die Photovoltaik und Windenergie eine große Rolle beim Umstieg auf Erneuerbare Energien. An vielen Häusern werde Solarthermie zur Warmwasserbereitung genutzt, 2006 sei die erste Photovoltaikanlage der Verbandsgemeinde installiert worden, der mittlerweile einige private Anlagen gefolgt seien. Auch mit der Windenergie haben die Külzer keine Berührungsängste, hier sei die Gemeinde eigene Wege gegangen, erläuterte Schneider. In der Gemarkung der Ortsgemeinde Külz stünden zur Zeit 4 Windräder mit je 2 MW Leistung. Der Hersteller sei gleichzeitig Betreiber und auf Initiative der Ortsgemeinde seinen die Anlagen nicht fonds- sondern bankfinanziert, was eine Risikofinanzierung ausschließe. Die Räder stehen auf Gemeindeland, die Pacht ist ertragsabhängig. Die Standorte wurden umweltverträglich ausgewählt, z.B. entlang von Straßen, Wegen und Waldrändern. Der Abstand zur Ortslage beträgt 1 km. Es sei geplant, den Windpark Külz I um Külz II mit den Gemeinden Biebern (1), Fronhofen (2) und Keidelheim (2) zu erweitern.
Im anschließenden Gespräch machte Ulrike Höfken darauf aufmerksam, dass ein Miteinander von fossilen Großkraftwerken und dezentraler Versorgung durch Erneuerbare Energien nicht vereinbar sei. In Schleswig-Holstein hätten in der Vergangenheit schon Windräder abgeschaltet werden müssen, um die schwer steuerbaren Großkraftwerke durchlaufen zu lassen. Der Bau neuer Kohlekraftwerke wie in Mainz stünde deshalb diametral gegen die Bemühungen für einen Ausbau der Erneuerbaren. Die Stadt Mainz und das Land seien jetzt in der Pflicht, den auch ökonomisch äußerst kritischen Bau noch zu stoppen.
Die Kreisgrünen freuten sich über die Fortschritte der Ortsgemeinde - Külz sei vorbildlich in der Region, andere Ortsgemeinden könnten sich hier Anregungen holen, wie der Umstieg konkret funktioniere - mit breiter Unterstützung durch die Bevölkerung, auch beim umstrittenen Thema Windkraft. Klimschutz bleibe jedenfalls ganz oben auf der Agenda, auch nach dem E-Day, so Siegrid Braun, Spitzenkandidatin der Grünen für den Kreistag.